Rosetta-Briefmarke erschienen

Eine aktuelle Briefmarke der Deutschen Post würdigt die europäische Kometenmission Rosetta.

Die Deutsche Post hat der Kometenmission Rosetta der Europäischen Weltraumagentur (ESA) eine Briefmarke gewidmet. Die Sondermarke mit einem Wert von 60 Cent wird heute offiziell in der Serie „Astrophysik“ ausgegeben. Neben der Raumsonde selbst zeigt das Motiv einen Oberflächenausschnitt des Rosetta-Kometen Churyumov-Gerasimenko, der vom wissenschaftlichen Kamerasystem OSIRIS an Bord aufgenommen wurde.

Die aktuelle Briefmarke zeigt eine grafische Darstellung der Raumsonde Rosetta sowie eine Aufnahme der Kometenoberfläche, die mit dem wissenschaftlichen Kamerasystem OSIRIS an Bord der Raumsonde gelungen ist.

„Die Rosetta-Mission und mit ihr eine unserer Aufnahmen auf einer Briefmarke verewigt zu sehen, ist für uns etwas ganz Besonderes“, freut sich Dr. Holger Sierks vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen, Leiter des OSIRIS-Teams. Nach einer zehn Jahre währenden Anreise durchs All hatte Rosetta „ihren“ Kometen von August 2014 bis September 2016 auf seinem Weg um die Sonne begleitet und aus der Nähe erforscht. Das Kamerasystem OSIRIS, das unter Leitung des MPS entwickelt, gebaut und während der Mission betrieben wurde, hat in dieser Zeit 70.000 Ansichten des Kometen eingefangen. Im November 2014 setzte Rosetta die mitgeführte Landeeinheit Philae auf dem Kometen ab. 

Die aktuelle Briefmarke zeigt eine Region auf der Nordseite des bizarr geformten Körpers. „Diese Region hat unser heutiges Verständnis von Kometen und ihrer Entwicklung entscheidend geprägt“, erklärt Sierks. Wenn sich ein Komet auf seiner Reise durch das Planetensystem der Sonne nähert, verdunsten gefrorene Gase von seiner Oberfläche und reißen kleine und größere Staubteilchen mit sich. Ein Teil dieses Materials kann dem Schwerfeld des Kometen nicht entkommen und „regnet“ wieder zurück auf die Kometenoberfläche. Die weichen, zum Teil über weite Strecken glatten Oberflächenstrukturen, die auf der Briefmarke zu sehen sind, sind auf diese Weise entstanden. „Die Nordseite des Kometen erinnert beinahe an eine Winterlandschaft, bei der eine Schneedecke scharfe Konturen überdeckt“, so Sierks.

Rosetta ist die erste Weltraummission, die einen Kometen über mehrere Jahre aus der Nähe untersuchen konnte. Die Mission hat die Kometenforschung wie keine andere zuvor vorangetrieben. Deutsche Forschungseinrichtungen waren maßgeblich an Rosetta beteiligt. Neben dem wissenschaftlichen Kamerasystem OSIRIS hat das MPS drei weitere Instrumente beigesteuert und zu weiteren Hardware beigetragen. Zudem war das Institut maßgeblich an Entwicklung und Bau der Landeeinheit Philae beteiligt.

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