Partnergruppen

Partnergruppen können mit einem Institut im Ausland eingerichtet werden, wenn exzellente Postdocs im Anschluss an einen Forschungsaufenthalt am Max-Planck-Institut wieder an ein führendes Institut ihres Herkunftslandes zurückkehren und an einem Thema weiterforschen, welches auch für das MPS von Interesse ist.

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Inter-University Centre for Astronomy and Astrophysics (IUCAA), Pune (Indien)

Partnergruppenleiter: Prof. Dr. Durgesh Tripathi

Wissenschaftliches Kernziel dieser Zusammenarbeit ist die Untersuchung der Dynamik und Koppelung der Sonnenatmosphäre mit Schwerpunkt auf eruptiven Vorgängen auf der Sonne, dem Aufheizen der oberen Sonnenatmosphäre, d.h. der Korona und der Chromosphäre, sowie den Beziehungen zwischen Sonne und Klima. Das Problem koronaler und chromosphärischer Aufheizung steht seit seiner Entdeckung in den 1940er Jahren im Fokus astrophysikalischer Forschung. Trotz wesentlicher Verbesserungen hinsichtlich theoretischer Modellierung und Beobachtungsmöglichkeiten bleibt dessen Lösung immer noch unklar. Zudem haben großräumige Sonneneruptionen wie “Solar Flares” und koronale Massenauswürfe direkte Auswirkungen und möglicherweise sogar verheerende Folgen für das Weltraumwetter und das Geo-Weltraumklima. Das Auftreten dieser hochenergetischen Phänomene zu erfassen hat sich als äußerst schwierig erwiesen. Hinzu kommt, dass die UV-, EUV- und Röntgen-Strahlung der Sonne das Langzeit-Klimamuster auf der Erde wesentlich beeinflussen. Dabei ist besonders die UV-Strahlung der Sonne von vorrangiger Bedeutung, da sie die Stratosphäre und Mesosphäre der Erde aufheizt und damit den Ozongehalt reguliert und die Dynamik des Erdklimas beeinflusst. 

 

Institute of Space Physics and Applied Technology, School of Earth and Space Sciences, Peking University (China)

Partnergruppenleiter: Assistant Prof. Dr. Hui Tian

Die Forschung dieser Partnergruppe konzentriert sich auf mehrere Arten kleinskaliger, dynamischer Phänomene in der unteren Sonnenatmosphäre sowie auf die Antwort der unteren Atmosphäre auf Sonneneruptionen,  so genannter Flares. Das Sonnenobservatorium IRIS (Interface Region Imaging Spectrograph) der NASA hat kürzlich drei Arten solcher Phänomene in der unteren Sonnenatmosphäre entdeckt: sogenannte IRIS-Bomben in aktiven Regionen, helle Punkte in Sonnenflecken in der Übergangsregion und Fontänen aus Sonnenplasma, die im Netzwerk außerhalb von aktiven Regionen auftreten.  Diese Phänomene spielen wahrscheinlich eine wichtige Rolle bei der Aufheizung der Sonnenatmosphäre und der Versorgung des Sonnenwindes mit Masse und Energie. Eine tiefergehende Untersuchung dieser neu entdeckten und bisher wenig verstandenen Ereignisse verspricht deshalb neue Einblicke in die Zusammenhänge innerhalb der Sonnenatmosphäre. Die geplanten Forschungsarbeiten werden ermitteln, welche Rolle die magnetische Rekonnexion für den Energieeintrag in die untere Sonnenatmosphäre spielt, und beschreiben, in wie fern diese dynamischen Vorgänge vom Auftreten magnetischer Flüsse abhängen. Jüngste hochaufgelöste Beobachtungen, von denen einige mit Hilfe erdgebundener Observatorien, andere mit Hilfe von Raumsonde durchgeführt wurden, haben beeindruckende Details zum Energieeintrag in die untere Sonnenatmosphäre während eines Flares enthüllt. Dabei untersucht die Partnergruppe die Mechanismen, die Flares aufheizen, indem sie diese kleinskalige Dynamik solcher Flares beschreibt.

National Institute of Science Education and Research (NISER), Bhubaneswar (Indien)

Leiter der Partnergruppe: Dr. Guneshwar Thangjam

Die Dawn-Mission der amerikanischen Weltraumbehörde NASA erforschte Ceres, den größten Asteroiden und einzigen Zwergplaneten im inneren Sonnensystem. Ceres ist eine einzigartige Welt, die reich an Volatilen ist und wichtige Hinweise auf die frühe Geschichte des Sonnensystems enthält. Ob sich Ceres jedoch an ihrer heutigen heliozentrischen Position im inneren Sonnensystem bildete oder vom äußeren Sonnensystem nach innen wanderte, ist noch nicht eindeutig geklärt. Um diese wissenschaftliche Frage zu klären, untersucht die Partnergruppe, die spektralen und geomorphologischen Eigenschaften mit Hilfe von Daten der Dawn Framing Camera (FC), die am MPS entwickelt und gebaut wurde, und von Dawns Visible and Infrared Spectrometer (VIR).

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