
RAMSES: Eskorte für erdnahen Asteroiden Apophis
Wenn der Asteroid Apophis im April 2029 an der Erde vorbeischrappt, wird die Raumsonde Ramses vor Ort sein und wissenschaftliche Messungen durchführen. Insgesamt sechs Monate lang wird Ramses den Asteroiden begleiten.
In einem Abstand von knapp 32.000 Kilometern wird der Asteroid Apophis am 13. April 2029 an der Erde vorbeirasen. Seine Flugroute verläuft deutlich innerhalb der Umlaufbahn des Mondes. Ein Zusammenstoß mit der Erde konnte mittlerweile mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Ein solch naher Erdvorbeiflug eines Asteroiden ist dennoch ein Jahrtausendereignis. Die europäische und die japanische Weltraumagentur senden die Raumsonde Rapid Apophis Mission for Space Safety (RAMSES) auf Rendezvouskurs, um den Vorbeiflug aus unmittelbarer Nähe zu untersuchen.
RAMSES wird etwa zwei Monate vor dem Erdvorbeiflug bei Apophis eintreffen und ihn insgesamt sechs Monate lang begleiten. Zeitweise soll sich die Sonde bis auf einen Kilometer an den Asteroiden heranwagen.
Der Start ins All ist für April 2028 (Startfenster 24. April-11. Mai 2028) geplant. Ausgerüstet mit acht wissenschaftlichen Instrumenten soll RAMSES unter anderem die Zusammensetzung, den inneren Aufbau, die Oberfläche und die Porosität des Asteroiden bestimmen. Zudem sollen die Instrumente mit hoher zeitlicher Auflösung dokumentieren, wie sich der Asteroid, seine Form, Flugbahn und Eigenrotation unter dem Einfluss der Erdgravitation verändern.
Das MPS schickt das Instrument Ramses Plasma Spectrometer (RPS) mit auf die Reise. Es misst die Energie und Verteilung der Ionen und Elektronen in der Umgebung des Asteroiden.
Apophis zählt zu den erdbahnkreuzenden Asteroiden. Mit einer Länge von etwa 450 Metern und einer Breite von etwa 170 Metern ist er von mittlerer Größe. Zahlreiche ähnliche Brocken sind bekannt und schneiden auf ihrem Weg um die Sonne regelmäßig die Umlaufbahn der Erde. Um unseren Planeten in Zukunft vor Einschlägen solcher Körper zu schützen, ist es entscheidend, ihre Eigenschaften möglichst genau zu kennen. Dies könnte im Notfall helfen, eine Weltraummission zu entwickeln, die einen bedrohlichen Asteroiden von seinem Kollisionskurs mit der Erde ablenkt.