Klimawandel besser verstehen

Das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung ist Teil eines Verbundprojektes des BMBF.

4. März 2020

Im Rahmen des Programms „Role of the Middle Atmosphere in Climate (ROMIC-II)“ fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ein Verbundprojekt mit dem Titel „Impact of SOlar, Volcanic and Internal variability on Climate (ISOVIC)“ mit einer Million Euro. Projektpartner sind die Bergische Universität Wuppertal, die das Vorhaben koordiniert, sowie das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen und das Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg.

Um vorherzusagen, wie sich der Klimawandel in den nächsten Jahrzehnten auswirken wird, ist es entscheidend, Einflüsse auf das Klima, die bisher noch nicht gut verstanden sind, besser zu erforschen. Insbesondere ist ein vertieftes Wissen über mögliche interne und von außen angeregte Variationen von Nöten. Dazu zählt auch die natürliche Änderung der Sonnenaktivität, die Forscherinnen und Forscher am MPS untersuchen.

Frühere Studien deuten darauf hin, dass die interne Variabilität der Atmosphäre selbst sowie des gekoppelten Atmosphäre-Ozean-Systems einen signifikanten Einfluss auf die langfristige Entwicklung der Temperaturen der Atmosphäre haben. Kurzzeitige natürliche Faktoren wie Vulkanausbrüche und langfristige natürliche Faktoren wie Änderungen der Sonnenaktivität können diese Variabilität überlagern und möglicherweise verstärken. Im Rahmen des gemeinsamen Forschungsprojekts soll geklärt werden, ob es möglich ist, auf der Grundlage von Analysen historischer Datenarchive und Simulationen den Einfluss interner Variabilität sowie natürlicher und externer Einflüsse auf die Klimaveränderung zu verstehen. Weiterhin soll untersucht werden, inwieweit das verbesserte Verständnis genutzt werden kann, die Unsicherheiten bei der Vorhersage der zukünftigen Klimaentwicklung zu verringern und ob es möglich ist, die Anteile von natürlichen Effekten und menschlichem Einfluss auf den Klimawandel zu bemessen.

ISOVIC ist ein Verbundprojekt der Bergischen Universität Wuppertal, des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Göttingen und des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg. Die Wuppertaler Atmosphärenphysikerinnen und –physiker analysieren dabei den Einfluss der internen Variabilität der Erdatmosphäre, die einen vom Menschen unabhängigen Einfluss auf die Klimaveränderungen haben könnte. Das MPI in Hamburg untersucht den kombinierten Einfluss von Sonne, Vulkanausbrüchen und Ozeanen am Beispiel einer Periode im frühen 19. Jahrhundert und möglicher Auswirkungen dieser Effekte auf die zukünftige Klimaentwicklung.

Das MPI in Göttingen entwickelt numerische Simulationen, um die langfristigen Änderungen in der Bestrahlungsstärke der Sonne genauer als bisher zu bestimmen. Zudem wollen die Forscherinnen und Forscher klären, um wieviel die Sonne heute heller scheint als während des Maunder-Minimums, einer Phase besonders niedriger Sonnenaktivität in der zweiten Hälfte des 17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Ziel ist eine deutlich verbesserte Rekonstruktion der Sonnenaktivität seit dem Maunder-Minimum bis in heutige Zeit. Dies erlaubt in einem zweien Schritt eine deutlich verlässlichere Prognose der künftigen Entwicklung.

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