DESTINY+

DESTINY+

Mission zum aktiven Asteroiden Phaethon

(Quellenangabe Bild: JAXA/Kashikagaku - es zeigt eine künstlerische Darstellung der Raumsonde)

Die Mission DESTINY+ (Demonstration and Experiment of Space Technology for INterplanetary voYage for Phaethon fLyby and dUSt analysis) ist eine gemeinsame Mission der japanischen Weltraumbehörde JAXA und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Sie soll im Jahr 2024 starten und im Januar 2028 in nur 500 Kilometern Entfernung einen Vorbeiflug am Asteroiden (3200) Phaethon durchführen, um diesen aus nächster Nähe zu untersuchen. Bereits während der vier Jahre dauernden Anflugphase sollen außerdem die chemische Zusammensetzung und die Verteilung von kosmischem Staub im inneren Sonnensystem untersucht werden. 

 

Phaethon ist der Ursprungskörper der Geminiden, eines Sternschnuppen-Schauers, der jedes Jahr im Dezember fernab der lichtüberfluteten Großstädte mit dem bloßen Auge beobachtet werden kann. Bei seinem Umlauf um die Sonne nähert sich der nur etwa 6 Kilometer große Himmelskörper unserem Zentralgestirn bis auf etwa 20 Millionen Kilometer an, wodurch sich seine Oberfläche auf mehr als 700 Grad Celsius aufheizt. Dadurch freigesetzte großen Mengen an Materiepartikeln bilden eine Staubwolke entlang seiner Bahn, die mit ihm um die Sonne kreist. Kreuzt die Erde diese Teilchenwolke, verglühen die Partikel in der Erdatmosphäre und werden als Sternschnuppen sichtbar.

 

Als aktiver Asteroid ist Phaethon ein Bindeglied zwischen den Kometen, die bei ihrer Annäherung an die Sonne aktiv werden und Gas und Staub freisetzen und den Asteroiden. Einige dieser Kleinkörper werden als inaktive Kometenkerne angesehen, die ihr gesamtes leicht flüchtiges Material aufgebraucht haben und heute als Kometenüberreste ihre Bahnen um die Sonne ziehen.

 

Phaethon zeigt starke Ähnlichkeiten mit einer Klasse von Asteroiden, die einen hohen Gehalt an Kohlenstoffverbindungen an ihrer Oberfläche aufweisen (C-Klasse-Asteroiden). Sie bilden die häufigste Gruppe im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter und gelten als die Ursprungskörper eines besonders interessanten Typs von Meteoriten, den kohligen Chondriten. Hierbei handelt es sich um die ältesten bekannten Meteorite im Sonnensystem. Es ist daher zu erwarten, dass die Materialanalysen von Phaethon einige Ähnlichkeiten mit den kohligen Chondriten zeigen werden. Möglicherweise haben Staubteilchen von derartigen kohlenstoff-haltigen Kleinkörpern vor langer Zeit die Grundbausteine für die Entstehung des Lebens auf unseren Heimatplaneten gebracht. Die Untersuchungen von Phaethon versprechen neue Einblicke in die Entwicklung dieser kleinen Himmelskörper und des frühen Sonnensystems.

 

DESTINY+ wird insgesamt drei wissenschaftliche Instrumente an Bord haben. Hierbei handelt es sich um zwei Kameras, die von japanischen Forschungseinrichtungen entwickelt werden sowie um ein Instrument zur Analyse von Staubteilchen (DESTINY+ Dust Analyzer, DDA), das von der Universität Stuttgart beigesteuert wird. Das MPS ist wissenschaftlich an den Staubuntersuchungen mit DDA beteiligt und unter anderem für die Entwicklung von Modellen für kosmischen Staub im inneren Sonnensystem zuständig. Diese Modelle dienen einerseits der Vorbereitung der Staub-Messungen, andererseits bilden sie eine wichtige Grundlage für die Analyse und die Interpretation der während des Missionsbetriebs mit dem Instrument gesammelten Messdaten.

 

Das Projekt DESTINY+ Dust Analyzer wird durch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt gefördert.

Wissenschaftliche Beteiligungen des MPS:

Wissenschaftliche Leitung der Staubmessungen mit DDA, Entwicklung von Modellen für interplanetaren und interstellaren Staub im Sonnensystem, Mitglied im Science Board der Mission DESTINY+

MPS-Wissenschaftler, die an DESTINY+ beteiligt sind:

Krüger, Harald

Strub, Peter (wissenschaftlicher Gast)

Animation von Radarbildern von Phaethon, die mit dem Radioteleskop in Arecibo in Puerto Rico aufgenommen wurden. Die Radarechos haben eine Auflösung von 75 Metern.
Zur Redakteursansicht