MPS-Neubau: Pläne nehmen Form an

Preisgericht wählt Entwurf für den Neubau des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung aus.

3. September 2010

Nach zweitägigen Beratungen des Preisgerichts ist der Architekturwettbewerb um den Neubau des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS), das 2014 von Katlenburg-Lindau in das benachbarte Göttingen umsiedelt, entschieden. Sieger des Wettbewerbs ist der Entwurf des Aachener Architekturbüros Carpus + Partner AG. Diese Vision des Neubaus schafft Räume, die ein besonders angenehmes Arbeitsklima versprechen. Zudem passt sich das geplante Gebäude harmonisch in die bestehende Bebauung des Nordcampus der Universität Göttingen ein.

Entwurf des Neubaus des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung: An der Südseite ragt der gläserne Bürokomplex über den Sockelbau hinaus.

„Die Urheber des Siegerentwurfs haben genau verstanden, was unser Institut braucht – sowohl in Bezug auf die komplexen technischen Anforderungen, als auch in Bezug auf die Arbeitsatmosphäre“, erklärt Prof. Dr. Sami Solanki, Geschäftsführender Direktor des MPS, die Entscheidung des Preisgerichts. Der ausgewählte Entwurf sieht einen zweigeschossigen Sockelbau vor, der einen zentralen und begrünten Innenhof einschließt. Dieser Teil des Gebäudes beherbergt neben der Eingangshalle vor allem die wissenschaftliche und technische Infrastruktur wie etwa Werkstätten, Labore, Reinräume und eine neun Meter hohe Ballonhalle. An der Westseite erhebt sich darüber ein dreigeschossiger Bürokomplex mit Glasfassade. Dieser ragt mit seiner Südseite über den Sockelbau hinaus, so dass ein Eindruck des Schwebens entsteht. 

Ein Blick in die großzügige Eingangshalle des geplanten Neubaus.

Im Innern des Instituts bestimmen der zentrale Innenhof sowie weitere begrünte Lichthöfe das Bild. Aus den meisten Bereichen wie etwa den Büros, den Werkstätten und dem Bistro ergibt sich so ein Blick ins Grüne. Zudem lobte das Preisgericht, dass das Gebäude die Architektur des benachbarten Nordcampus der Universität Göttingen aufgreife und beispielsweise die Baulinie, welche die Fakultät für Chemie vorgibt, harmonisch weiterführt.

Das neunköpfige Preisgericht wählte den Siegerentwurf einstimmig aus insgesamt zehn Vorschlägen aus. Zu den Preisrichtern zählten neben dem Stadtbaurat der Stadt Göttingen international renommierten Architekten wie etwa Prof. Dr.-Ing. Jürgen Adam aus München, Prof. Klaus Kada aus Graz und Hansjochen Schwieger aus Göttingen sowie angesehene Persönlichkeiten aus dem Bereich der Wissenschaft wie etwa der Göttinger Universitätspräsident Prof. Dr. Kurt von Figura und Prof. Dr. Gerhard Schwehm von der europäischen Weltraumagentur ESA.

Wie das Modell zeigt, fügt sich der Neubau harmonisch in die Architektur ein, welche die Fakultät für Chemie (am rechten Bildrand) vorgibt.

Die Plätze zwei bis vier des Wettbewerbs belegten die Entwürfe der Architekturbüros Weinbrenner. Single. Arabzadeh. Architektengemeinschaft (Nürtingen), Bogle Flanagan Lawrence Silver Ltd. (London) und Nickl & Partner Architekten AG (München). Alle Entwürfe einschließlich des Siegerentwurfs sind bis Freitag, 10. September, im Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau in einer kleinen Ausstellung zu sehen.

Das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung soll 2014 seinen Betrieb am neuen Standort zwischen dem Hans-Adolf-Krebs-Weg und dem Justus-von-Liebig-Weg aufnehmen. Der Baubeginn ist für September 2011 geplant. Vom neuen Standort erhofft sich das Institut vor allem eine engere Zusammenarbeit mit der Universität und eine bessere Vernetzung mit anderen wissenschaftlichen Einrichtungen des weltweit anerkannten Wissenschaftsstandortes. Die Grundstücke und Gebäude, die das MPS derzeit in Katlenburg-Lindau nutzt, werden voraussichtlich 2015 frei. Schon jetzt bemühen sich MPS und Max-Planck-Gesellschaft darum, für diese Immobilien geeignete Käufer zu finden.

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