Startschuss für Solar-C

Die japanische Sonnenmission soll Mitte der 2020er ins All starten. Das MPS hat entscheidend zur Planung der Mission beigetragen.

23. Juni 2020

Die japanische Weltraumagentur JAXA hat die Weltraummission Solar-C offiziell genehmigt. Der Forschungssatellit soll Mitte der 2020er Jahre abheben und aus dem Weltall ein hochauflösendes Spektrometer, das extrem kurzwelliges ultraviolettes Licht analysiert, auf die Sonne richten. Auf diese Weise soll der Forschungssatellit die bisher aufschlussreichsten Messdaten aus den heißen, äußeren Schichten der Sonne liefern. Das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen ist seit Beginn an Planung und Entwicklung der Mission beteiligt und hat eine wichtige Rolle dabei gespielt, den aktuellen Meilenstein zu erreichen. Ziel des MPS ist es, in den nächsten Jahren entscheidende Subsysteme des Spektrometers zu bauen und das fertige Instrument vor Ort in Göttingen zu testen und zu kalibrieren.

Der Forschungssatellit Solar-C soll Vorgänge in der Atmosphäre der Sonne sichtbar machen.                                                  

Besonders die heißen äußeren Schichten der Sonne geben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern noch immer Rätsel auf. Wie gelingt es unserem Stern, die Korona, seine äußere Atmosphäre, auf kaum vorstellbare eine Million Grad zu heizen? Und wie entstehen dort so genannte Flares, gewaltige Strahlungsausbrüche, die riesige Energiemengen freisetzen? Die Antworten auf diese Fragen hoffen Forscherinnen und Forscher in der ultravioletten Strahlung zu finden, die unser Stern ins All sendet. Sie entsteht in erster Linie in diesen äußeren Schichten – und ist bodengebundenen Instrumenten nicht zugänglich, da sie in der Erdatmosphäre absorbiert wird.

Wie schon die japanischen Vorgängermissionen Yohkoh (Solar-A) und Hinode (Solar-B) soll auch Solar-C die ultraviolette Strahlung von der Sonne im All abfangen und untersuchen. Das nun geplante Spektrometer, das die JAXA in den nächsten Jahren zusammen mit europäischen und amerikanischen Partnern bauen wird, soll dabei eine höhere räumliche und zeitliche Auflösung erreichen als jedes bisherige Instrument. Das MPS hat in den vergangenen zehn Jahren entscheidend zur Planung der Mission beigetragen und wird auch in der nun beginnenden, nächsten Missionsphase ein wichtiger Partner sein. Die Göttinger Forscherinnen und Forscher greifen dabei auf Expertise zurück, die sie durch die Beteiligung an ähnlichen Instrumenten gewonnen haben wie etwa dem Spektrometer SPICE der aktuellen ESA-Mission Solar Orbiter.  

Weitere interessante Beiträge

Zur Redakteursansicht