Nachwuchspreis für MPS-Forscher

In seiner Doktorarbeit hat Sudip Mandal untersucht, wie spezielle Druckwellen dazu beitragen, in der äußeren Sonnenatmosphäre Temperaturen von mehreren Millionen Grad aufrecht zu erhalten.

3. Dezember 2019

Die Abteilung für Plasmaphysik der Vereinigung Asiatisch Pazifischer Physikalischer Gesellschaften (AAPPS) hat Dr. Sudip Mandal vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) mit ihrem diesjährigen Nachwuchspreis ausgezeichnet. Die AAPPS würdigt damit Mandalas Beiträge zum Verständnis magneto-hydrodynamischer Wellen in der Korona, der äußeren Atmosphäre der Sonne. In seiner Doktorarbeit, die Mandal am Indischen Institut für Astrophysik in Bangalore anfertigte, ging der Nachwuchswissenschaftler der Frage nach, in wie fern solche dazu beitragen, die gigantischen Temperaturen der Korona aufrecht zu erhalten. Seit 2019 forscht Mandal am MPS.

Dr. Sudip Mandal

Die äußerste Schicht der Sonnenatmosphäre, die Korona, ist mit mehreren Millionen Grad geradezu unvorstellbar heiß. Wie gelingt es der Sonne, diese Gashülle, die oberhalb der deutlich kühleren, sichtbaren Oberfläche der Sonne liegt, auf solche Temperaturen aufzuheizen? Welche Prozesse und physikalischen Phänomene spielen dabei eine Rolle? Eine mögliche Erklärung bieten so genannte langsame magneto-hydrodynamische Wellen. Das sind Druckwellen, die sich in einem magnetisch gebundenen Plasma ausbreiten, etwa von der kühleren Oberfläche in die heiße Korona. In seiner Doktorarbeit ging Mandal der Frage nach, ob und wie diese Wellen dabei ihre Energie in das Plasma der Korona abgeben können.

Mandal suchte in Messdaten der Raumsonden Solar Dynamics Observatory und Hinode nach Merkmalen dieser Energieumwandlung. Er fand, dass magnetische Felder einen wichtigen Einfluss auf Entstehung und Ausbreitung der Wellen haben. Zudem ging er der Frage nach, wie solche Wellen in der Korona gedämpft werden. Um beide Prozesse besser zu verstehen, simulierte er die komplizierten Verhältnisse in der Korona am Computer.

Dr. Sudip Mandal hat an der Burdwan Universität in Westbengalen (Indien) studiert. Nach seiner Promotion am Indischen Institut für Astrophysik in Bangalore wechselte er 2019 in die Forschungsgruppe „Solare Variabilität und Klima“ am MPS. Dort wertet er historische Datensätze aus mit dem Ziel, verlässliche und vergleichbare Aussagen über die Anzahl der Sonnenflecken in vergangenen Zeiten treffen zu können. Sonnenflecken gelten als Maß für die Aktivität unseres Sterns. 

Mit dem U30-Preis würdigt die AAPPS jährlich junge Forscherinnen und Forscher, die noch nicht 30 Jahre alt sind und bereits wichtige Beiträge zur Plasmaphysik geleistet haben.

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