Ehrendoktor für Sami K. Solanki

Die Universität Oulu in Finnland ehrt Prof. Dr. Sami K. Solanki vom MPS für seine Beiträge zur Erforschung der Sonnenaktivität und ihrer Veränderlichkeit.  

23. Mai 2017

Prof. Dr. Sami K. Solanki, Direktor am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS), hat die Ehrendoktorwürde der finnischen Universität Oulu erhalten. Die Verleihung fand als Teil einer aufwändigen, dreitägigen Zeremonie statt, welche die Universität alle vier Jahre begeht. In seiner Laudatio würdigte Prof. Dr. Ilya Usoskin, Physikprofessor in Oulu, den Göttinger Forscher als einen der weltweit führenden Sonnenphysiker – sowohl auf dem Gebiet der Modellierung der Sonne, als auch bei der experimentellen Erforschung unseres Sterns.

Prof. Dr. Sami K. Solanki vom MPS bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Oulu. Traditionell gehört zur Ausstattung der Preisträger der Doktorhut, das Schwert und eine Rolle, welche die offiziellen Dokumente enthält.

Obwohl sie mit dem bloßen Auge betrachtet fast immer gleich aussieht, ist die Sonne ein wandelbarer Stern. In manchen Phasen sendet sie ein wahres Feuerwerk aus Strahlung und Teilchen ins All; ihre sichtbare Oberfläche ist dann von zahlreichen dunklen Sonnenflecken überzogen. In anderen Phasen zeigt sich unser Stern von seiner ruhigeren Seite. Welche physikalischen Prozesse auf der Sonne liegen diesen Veränderungen zugrunde? Und wie stark können sich die Launen unseres Sterns auf das Klima der Erde auswirken? Diesen Fragen geht Prof. Dr. Sami K. Solanki nach – unter anderem mit einem genauen Blick auf Sonnenflecke und die Grundbausteine der Sonnenmagnetfelder.

Neben theoretischen Modellen, welche die Sonne beschreiben, setzt Solanki dabei auf experimentelle Beobachtungen. Der Göttinger Forscher ist Leiter der Mission Sunrise, die 2009 und 2013 die Sonne mit Hilfe eines ballongetragenen Observatoriums aus einer Höhe von mehr als 35 Kilometern beobachtete. Ohne den störenden Einfluss der Erdatmosphäre konnte Sunrise kleinste Strukturen auf der Sonnenoberfläche sichtbar machen. Ein dritter Flug ist geplant. Eine noch bessere Beobachtungsposition wird SO/PHI einnehmen. Das Teleskop, das am MPS entwickelt und gebaut wurde, startet im Herbst nächsten Jahres an Bord der ESA-Raumsonde Solar Orbiter ins All und wird sich auf etwa 42 Millionen Kilometer an unserem Stern heranwagen – so nah, wie keine Raumsonde zuvor. Solanki leitet das SO/PHI-Team.

Prof. Dr. Sami K. Solanki hat an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich (Schweiz) promoviert. In den Folgejahren forschte er in Zürich, an der Universität von St. Andrews in Schottland und ab 1998 als Professor an der Universität Oulu. 1999 nahm Solanki den Ruf als Direktor ans Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (damals noch: Max-Planck-Institut für Aeronomie) an. Seit 2009 ist er zudem Professor an der School of Space Research der Kyung Hee Universität in Südkorea.

Die Universität von Oulu verleiht die Ehrendoktorwürde alle vier Jahre an eine Gruppe ausgewählter Forscher, die sich durch besonders wertvolle Beiträge zu ihrem Forschungsfeld hervorgetan haben. In diesem Jahr wurden 23 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf diese Weise geehrt. Die Verleihung ist Teil einer dreitägigen Zeremonie, in der die Universität zudem den Doktorgrad an 283 junge Forscher vergeben hat. Die Veranstaltung folgt einer alten Tradition und fand in diesem Jahr als Teil der Feierlichkeiten zum hundertjährigen Jubiläum der finnischen Unabhängigkeit statt.  



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