Auszeichnung für Kok Leng Yeo

Amerikanische Geophysikalische Vereinigung würdigt MPS-Wissenschaftler für seine Beiträge zur Klimaforschung.

15. November 2016

Die Amerikanische Geophysikalische Vereinigung (AGU) hat Dr. Kok Leng Yeo vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) den Fred L. Scarf Preis verliehen. Sie würdigt damit seine Arbeiten zum Verständnis der Intensitätsschwankungen der Sonne. Diese sind eine entscheidende Größe in der Klimaforschung und helfen einzuschätzen, in welchem Maße die Sonne das Erdklima beeinflusst. Mit dem Fred L. Scarf Preis zeichnet die AGU jährlich eine herausragende Doktorarbeit aus dem Forschungsgebiet „Sonne-Planeten-Beziehungen“ aus.

Dr. Kok Leng Yeo vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung erhält den diesjährigen Fred L. Scarf Preis der Amerikanischen Geophysikalischen Vereinigung.

Die Sonne strahlt nicht immer gleich. Vielmehr schwankt die Strahlungsintensität, welche die Erde erreicht, auf Zeitskalen von Tagen, Jahren, Jahrzehnten und Jahrhunderten und beeinflusst so das globale Klima auf unserem Planeten. „Störungsfreie Messungen der Strahlungsintensität der Sonne sind nur oberhalb der Erdatmosphäre, also im Weltraum, möglich“, erläutert Kok Leng Yeo. „Brauchbare Messdaten liegen somit erst seit Beginn des Weltraumzeitalters vor wenigen Jahrzehnten vor“, fügt er hinzu. Um den langfristigeren Einfluss der Sonne auf das Erdklima zu verstehen, muss man aber weiter zurückblicken – und deshalb auf die Sonne selbst. Denn detaillierte Beobachtungen unseres Zentralgestirns gibt es seit mehreren hundert Jahren. Doch welche Veränderungen auf der Sonne sorgen für die Schwankungen der Strahlungsintensität? Wie lässt sich aus Beobachtungen der Sonne ihre Strahlungsintensität ableiten?

In seiner Doktorarbeit ist Yeo genau diesen Fragen nachgegangen. Dabei konnte er zeigen, welche Rolle vergleichsweise kleine magnetische Strukturen auf der Sonne für die Intensitätsänderungen spielen. Zudem entwickelte er ein Modell weiter, mit dessen Hilfe er die Strahlungsintensität der Sonne im Zeitraum von 1974 bis heute so akkurat berechnen konnte wie nie zuvor. Da aus diesem Zeitraum auch weltraumbasierte Messdaten zur Verfügung stehen, gilt er als Prüfstein jedes Modells.

„Die Arbeiten von Kok Leng Yeo sind eine Art Grundstein für zukünftige, noch verlässlichere Modelle und haben die Forschung auf diesem Gebiet einen guten Schritt voran getrieben“, loben  Prof. Dr. Sami K. Solanki, Geschäftsführender Direktor des MPS, und Dr. Natalie Krivova, Leiterin der MPS-Forschungsgruppe „Solare Variabilität und Klima“ in der Würdigung ihres Doktoranden.  

Kok Leng Yeo hat am Imperial College in London Astrophysik studiert. Nach seinem Studium wechselte er für sechs Jahre in die Industrie, nahm aber 2010 seine wissenschaftliche Karriere als Doktorand am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung wieder auf. Er promovierte 2014 zum Thema „Analysis and modeling of solar irradiance variations“. Seitdem verstärkt er als Wissenschaftler die Minerva-Gruppe „Solare Variabilität und Klima“ am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung.

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