Die "Augen" der Raumsonde ROSETTA fotografieren die Erde aus dem All

Kamera vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung an Bord der Raumsonde Rosetta liefert spektakuläre Bilder während des Vorbeifluges an der Erde.

17. November 2009

Die ESA-Raumsonde Rosetta flog am 12. November 2009 mit einer Geschwindigkeit von 50.000 km/h an der Erde vorbei. Diesen Vorbeiflug nutzten die Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) im niedersächsischen Katlenburg-Lindau um spektakuläre Bilder zu machen. Das Kamera-System OSIRIS, das unter Federführung des MPS von einem europäischen Konsortium entwickelt und gebaut wurde, lieferte etwa 250 brillante Bilder der Erde. "Wir benutzten die Weitwinkel- und Telekamera für diese Aufnahmen und sind von der einzigartigen Qualität einfach begeistert", erklärt MPS-Projektleiter Dr. Holger Sierks. "Wir kombinieren jeweils drei Bilder mit unterschiedlichen Filtern zu einem Farbbild. Man erhält dadurch zusätzliche Informationen", so Sierks weiter.

Abb. 1 zeigt den Südpazifik im Anflug aus einer Entfernung von 350.000 km am 12. November 2009, 21:28 UTC. Die Auflösung war 6.5 km pro Bildpunkt.

Dieser Vorbeiflug an der Erde ist bereits der dritte dieser Art. Jeder dieser so genannten "Swingbys" an dem Planeten gibt der Raumsonde erneut Schwung um das eigentliche Ziel, den Kometen 67/P Churyumov-Gerasimenko (67/P C-G), zu erreichen. Ohne diesen zusätzlichen Schub wäre dies nicht möglich. "OSIRIS hat nicht nur Bilder der Erde, sondern auch ca. 80 Aufnahmen des Mondes gemacht, die momentan vom ganzen Team ausgewertet werden. Diese Bilder sind sehr wichtig um die Einstellungsmöglichkeiten der Kamera zu testen" berichtet Dr. Stubbe Hviid, OSIRIS Operationsmanager am MPS.

Abb. 2 zeigt die USA bei Nacht aus einer Entfernung von etwa 60.000 Kilometern. Die einzelnen großen und kleinen Lichtpunkte zeigen die Städte der Ostküste sowie am Golf von Mexiko.

Auf dem Weg zum Kometen wird die Raumsonde im Juli 2010 an einem Asteroiden namens Lutetia vorbeikommen. Es ist der größte Asteroid an dem je eine Raumsonde vorbeigeflogen ist. "Auch dort werden wir natürlich die 'Augen' von Rosetta wieder einschalten und scharfe Bilder des Himmelskörpers machen", sagt Dr. Horst Uwe Keller, Principal Investigator von OSIRIS, unter dessen Regie die Kamera in den neunziger Jahren entwickelt wurde.

Abb. 3 zeigt einen Antizyklon über dem Südpazifik, aufgenommen mit der OSIRIS Telekamera am 13. November 2009 um 05:45 UTC auf einer Entfernung von 74.000 km.

Nach zehn Jahren Flugzeit wird Rosetta im 2014 ihr eigentliches Ziel, den Kometen 67/P C-G, erreichen. Sobald die Sonde in eine Umlaufbahn um den Kometen eingeschwenkt ist, wird OSIRIS mit der Katalogisierung und wissenschaftlichen Untersuchung der Kometenoberfläche beginnen und einen geeigneten Landeplatz für das Landemodul PHILAE suchen

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