Erste Bilder des Asteroiden Steins

Eine Weltraum-Kamera vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung entdeckt tiefe Krater auf der Oberfläche des Asteroiden.

8. September 2008

Die ESA-Raumsonde Rosetta ist in der vergangenen Nacht in nur 800 Kilometern Entfernung an dem Asteroiden Steins vorbeigeflogen. Mit Hilfe des Kamerasystems OSIRIS, das unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) entwickelt wurde, sind spektakuläre Aufnahmen gelungen. Die Bilder zeigen tiefe Krater auf der Oberfläche des Asteroiden.

Eines der ersten Bilder des Asteroiden Steins. Am Nordpol findet sich ein tiefer Krater von etwa zwei Kilometern Durchmesser. Zudem zieht sich eine Kette von sieben kleineren Kratern in senkrechter Richtung über die Oberfläche des Asteroiden.

Die ersten Signale von der Raumsonde erreichten die Erde gegen 22:14 Uhr. Das ESA-Kontrollzentrum in Darmstadt leitete die Daten direkt an das Max-Planck-Institut im niedersächsischen Katlenburg-Lindau weiter. Dort filterten in der Nacht 14 Wissenschaftler erste Bilder aus den Rohdaten.

Ihren Auswertungen zufolge hat Steins eine längliche, an einem Ende spitz zulaufende Form. In vertikaler Richtung misst der Asteroid vier Kilometer, in horizontaler Richtung 5,9 Kilometer. "Seine Oberfläche ist mit Kratern übersäht, von denen sich ein besonders großer am Nordpol befindet", beschreibt Dr. Holger Sierks, Leiter des OSIRIS-Teams am MPS. Der Durchmesser dieses Kraters beträgt etwa zwei Kilometer. Besonders auffällig ist zudem eine Kette von sieben kleineren Kratern, die senkrecht zur Äquatorebene verläuft.

Die Bilder präzisieren Erkenntnisse, die aus bodengebundenen Beobachtungen des Asteroiden stammen. Die tatsächliche Größe von Steins weicht nur wenig von diesen Beobachtungen ab. Die Strukturen der Oberfläche wie etwa der große Krater am Nordpol waren zuvor in den Modellierungen jedoch nicht zu erkennen.

Eine chronologische Folge von Bildern vom Vorbeiflug.

Neun Minuten bevor die Raumsonde Rosetta ihre kürzeste Entfernung zu Steins erreichte, schaltete sich die Tele-Kamera des OSIRIS-Kamerasystems in den Sicherheitsmodus. Aus dieser Phase des Vorbeiflugs liegen somit nur Bilder der Weitwinkel-Kamera vor. Die Ursachen für diesen Schritt werden in den nächsten Wochen analysiert. "Der Tele-Kamera geht es jedoch gut", versicherte OSIRIS-Projektleiter Dr. Horst Uwe Keller. Das ergab die erneute Inbetriebnahme der Kamera in den frühen Morgenstunden.

In den nächsten Tagen und Wochen werden die Wissenschaftler am MPS die Daten und Bilder von Steins weiter auswerten. Dann wird es möglich sein, die Farbe des Asteroiden und damit die chemische Zusammensetzung seiner Oberfläche genauer zu bestimmen.

Zur Redakteursansicht