Trauer um Dr. Martin Hilchenbach

29. August 2025

Schweren Herzens und in tiefer Trauer nehmen wir Abschied von Dr. Martin Hilchenbach, langjährigem Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, der am 13. August dieses Jahres nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben ist.

In seiner beinahe 30-jährigen Laufbahn am MPS hat Martin Hilchenbach mit seiner Forschung und seinen technischen Neuentwicklungen zu mehreren, für das Institut und die Wissenschaftsgemeinde maßgeblichen Weltraummissionen beigetragen und so entscheidend mitgewirkt an der weltraumbasierten Erforschung des Sonnenwindes, des Kometen Churyumov-Gerasimenko, des Mars, des Merkurs und der Asteroiden.

Martin Hilchenbachs Laufbahn begann 1986 mit einer Promotion im Bereich der Laserphysik an der Universität Innsbruck. Danach führte ihn sein Weg nach England an die City University London, wo er begann, sich mit der Auswertung von Daten aus Weltraummissionen zu beschäftigen. Nach anschließenden sechs Jahren am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching wechselte er 1996 ans MPS (damals noch Max-Planck-Institut für Aeronomie), wo er seine bereits in Garching begonnene Arbeit am Spektrometer CELIAS (Charge, Element, and Isotope Analysis System) für die Weltraummission SOHO weiterführte.

Herzensangelegenheit und zentrales Thema seines Wirkens am MPS und war das Instrument COSIMA (Cometary Secondary Ion Mass Analyzer) der Weltraummission Rosetta. 2005 übernahm Martin Hilchenbach die Leitung des Teams und war in dieser Rolle verantwortlich für Anflug-, Daten- und Auswertephase. Sein ruhiger, beharrlicher und auf Kommunikation und Austausch ausgerichteter Führungsstil ermöglichten es dem Team, auch technisch herausfordernde Phase zu meistern, und bildete den Grundstein für den großen Erfolg des Instruments.

Parallel zu dieser Aufgabe war Martin Hilchenbach seit 2007 Co-Investigator der beiden Instrumente BELA (BepiColombo Laser Altimeter) und MIXS (Mercury Imaging X-Ray Spectrometer) der ESA-Mission BepiColombo zum Merkur und trug maßgeblich zum Instrument MOMA (Mars Organic Molecule Analyzer) für die ESA-Mission ExoMars bei. Auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand, der nur wenige Monate zurückliegt, war er regelmäßig am Institut und bereitete federführend und mit großem Engagement ein Konzept für die möglicherweise erste ESA-Mission vor, die eine Gesteinsprobe eines Asteroiden einsammeln und zurück zur Erde bringen soll.

Charakteristisch für Martin Hilchenbachs Arbeit und wissenschaftliche Herangehensweise waren seine Freude an ingenieurtechnischen Fragestellungen ebenso wie seine große Wissbegierde und Neugier. Auf diese Weise entwickelte er nicht nur Instrumente mit ganz unterschiedlichen Messprinzipien, sondern begeisterte sich auch für eine große Bandbreite wissenschaftlicher Forschungsfragen. Diese enorme Vielseitigkeit ermöglichte es ihm, aus neuen und ungewohnten Blickwinkeln auf Probleme und Fragestellungen zu schauen – und so alle Bereiche, die er berührte, mit innovativen Lösungen zu bereichern.

Neben seinen technischen und wissenschaftlichen Beiträgen zur Instrumentenentwicklung und zur Sonnensystemforschung werden vor allem sein leises Auftreten, sein zurückhaltend-schelmisches Lächeln, sein hintergründiger Humor und sein unauffälliger Einsatz für seine Teammitglieder und das Institut als Ganzes in Erinnerung bleiben.

Mit Martin Hilchenbach verliert das MPS einen hervorragenden Wissenschaftler, einen innovativen Instrumentenentwickler sowie einen guten Freund und Kollegen, der mit seiner Erfahrung, seinem Ideenreichtum und seiner stillen, humorvollen Art über Jahrzehnte einen Teil der „Instituts-DNA“ ausmachte. Seine Ideen werden in vielen Weltrauminstrumenten und Missionsvorschlägen des MPS weiterleben.

Wir werden ihn sehr vermissen. 

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