
Lange Nacht der Astronomie: Sonnenfinsternis und Sternschnuppen
Rund um partielle Sonnenfinsternis und Meteorschauer gibt es am Mittwoch, 12. August 2026, am Nordcampus ein volles Programm mit Planetariumshows, Vorträgen, Mitmach-Ständen und Himmelsbeobachtungen.
Unter dem Titel „Sonnenfinsternis und Sternschnuppen“ laden das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS), das Institut für Astrophysik und Geophysik (IAG) der Universität Göttingen und der Förderkreis Planetarium Göttingen (FPG) für Mittwoch, 12. August 2026, ab 15:30 Uhr zur Langen Nacht der Astronomie an den Nordcampus. Im Zentrum des Programms stehen die Live-Beobachtungen der beiden Himmelsphänomene, die an diesem Abend zu sehen sind: der partiellen Sonnenfinsternis (ab 19:17 Uhr) und des jährlich wiederkehrenden Meteorschauers der Perseiden (ab etwa 22 Uhr). Schon vorher gibt es ein abwechslungsreiches Angebot aus Shows im mobilen Planetarium, Mitmach- und Informationsständen zu den Themen „Sonne“ und „Meteorite“ sowie Vorträgen. Der Eintritt ist kostenlos. Für die Shows im Planetarium wird eine Anmeldung empfohlen.
In diesem Jahr enden die Sommerferien mit einem Höhepunkt: Am Abend vor dem ersten Schultag bietet der Abend- bzw. Nachthimmel über Göttingen gleich zwei Attraktionen. Ab 19:17 Uhr schiebt sich der Mond vor die Sonne und verdunkelt sie um 20:11 Uhr zu fast 90 Prozent. Das ist zwar keine totale Sonnenfinsternis, wie sie in Teilen Deutschlands zuletzt 1999 zu sehen war. Doch bei der bevorstehenden partiellen Sonnenfinsternis wird der Mond über Göttingen eine deutlich größere Fläche der Sonne verbergen als bei den Finsternissen der vergangenen Jahre.
Wenn die Sonne um 20:48 Uhr – noch immer zum Teil verfinstert – untergeht, erwartet Himmelsgucker das nächste kosmische Ereignis. Der jährlich wiederkehrende Meteorschauer der Perseiden erreicht in der Nacht vom 12. August auf den 13. August sein Maximum. Wie jedes Jahr zu dieser Zeit kreuzt die Erde die langgestreckte Umlaufbahn des Kometen 109P/Swift-Tuttle und durchquert dabei ein Trümmerfeld aus kleinen Bruchstücken, das der Komet dort hinterlassen hat. Treten solche Brocken in die Erdatmosphäre ein, verglühen sie und zeigen sich als Sternschnuppen am Nachthimmel. Bei guten Beobachtungsbedingungen können bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde aufblitzen.
Beide Phänomene können Gäste in der Langen Nacht der Astronomie unter fachkundiger Anleitung von der Besucherplattform des IAG beobachten.
Planetarium, Meteorite und Sonnenteleskop
Die Einstimmung auf den ereignisreichen Abend beginnt am Nordcampus bereits am Nachmittag ab 15:30 Uhr. Shows im mobilen Planetarium entführen erwachsene und jüngere Astronomiebegeisterte in die Tiefen des Sonnensystems („Planeten – Expedition ins Sonnensystem“, ab 8 Jahren) und zu den historischen Anfängen der Himmelsbeobachtungen („100 Jahre Ewigkeit“, ab 10 Jahren). Die jüngsten Besucher*innen lernen zusammen mit Eisbär und Pinguin die Polarnacht kennen („Polaris – Das Rätsel der Polarnacht“, ab 5 Jahren) und begegnen dem Hamster-Wissenschaftler Eddie und einem Roboter aus dem All („3-2-1 Liftoff!“, ab 6 Jahren).
Parallel bieten Forschende des MPS an zwei Informations- und Mitmach-Ständen Einblicke in ihre Forschung. So erwartet die Gäste etwa eine Vielzahl beeindruckender Meteorite. Diese Bruchstücke aus dem All haben einst den glühend heißen „Höllenritt“ durch die Erdatmosphäre überlebt. Als Zeitzeugen der Entstehung des Sonnensystems helfen sie zu verstehen, wie das Sonnensystem zu dem Ort wurde, den wir heute kennen. Zudem berichten die Forschenden von der Mission Sunrise III, die im Sommer 2024 aus der Stratosphäre ein riesiges Teleskop auf die Sonne richtete und dabei einzigartige Messdaten einfing. Das Originalteleskop ist im Foyer des MPS zu bestaunen.
Vorträge über Sonne und Astrofotografie
Ebenfalls mit der Sonne beschäftigt sich Dr. Achim Gandorfer vom MPS in seinem Chalk Talk um 18:30 Uhr. Ganz ohne die üblichen technische Präsentationsmittel führt der Göttinger Sonnenforscher durch die Geschichte der Sonnenforschung und erklärt so, woher unser heutiges Wissen über die Sonne stammt und wie Forschende ihre Geheimnisse nach und nach gelüftet haben. Um 21 Uhr gibt Dr. Philipp Wittmann in seinem Vortrag wertvolle Tipps zur Astrofotografie mit Handy und Kamera.
Folgendes Programm erwartet Sie:
15:30 – 18:30 Uhr
Mitmach- und Informationsstände zur Sonnenmission Sunrise III und zu Meteoriten
Ort: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, Foyer
15:30 Uhr
Planetariumsshow für Kinder
3-2-1 Liftoff!, ab 6 Jahren. Dauer: 35 Minuten
Ort: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, Foyer
Eine Anmeldung wird empfohlen.
16:15 Uhr
Planetariumsshow für Kinder
Polaris – das Rätsel der Polarnacht, ab 5 Jahre, Dauer: 30 Minuten
Ort: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, Foyer
Eine Anmeldung wird empfohlen.
17:00 Uhr
Ganzkuppel-Planetariumsshow
Planeten – Expedition ins Sonnensystem, ab 8 Jahren, Dauer: 30 Minuten
Ort: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, Foyer
Eine Anmeldung wird empfohlen.
17:45 Uhr
Ganzkuppel-Planetariumsshow
100 Jahre Ewigkeit, ab 10 Jahren, Dauer: 35 Minuten
Ort: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, Foyer
Eine Anmeldung wird empfohlen.
18:30 Uhr
Chalk Talk zur Geschichte der Sonnenforschung (Dr. Achim Gandorfer)
Die Sonne: Woher wir wissen, was wir wissen
Ort: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, Auditorium
19:00 - 21:00 Uhr
Live-Beobachtungen der partiellen Sonnenfinsternis
Ort: Institut für Astrophysik und Geophysik, Besucherplattform
21:00 Uhr
Vortrag zur Astrofotografie mit Handy und Kamera (Dr. Philipp Wittmann)
Ort: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, Auditorium
ab 22 Uhr:
Perseidenspotting
Ort: Institut für Astrophysik und Geophysik, Besucherplattform