Humboldt-Forschungspreis für Durgesh Tripathi

In enger Zusammenarbeit mit dem MPS erforscht der indische Wissenschaftler die Atmosphäre der Sonne.

25. Juni 2026

 

In Kürze:

  • Auszeichnung: Die Alexander von Humboldt Stiftung hat den renommierten Humboldt-Forschungspreis an den indischen Sonnenforscher Durgesh Kumar Tripathi verliehen.
  • Zusammenarbeit: Die Auszeichnung hilft dem Wissenschaftler, seine enge und langjährige Zusammenarbeit mit dem MPS zu vertiefen. 
  • Vorhersage: Durgesh Tripathi geht unter anderem der Frage nach, wodurch sich heftige Eruptionen auf der Sonne ankündigen. 
  • Sonnenmission: Mit dem Teleskop SUIT trägt er maßgeblich zur indischen Raumsonde Aditya-L1 bei. 

Obwohl mit dem bloßen Auge nicht zu sehen, ist die Atmosphäre der Sonne ein Ort der Extreme. Dort herrschen Temperaturen von bis zu eine Million Grad; starke, sich ständig verändernde Magnetfelder halten das heiße Plasma gefangen – oder schleudern es explosiv ins All. Solche Eruptionen können für die Erde gefährlich sein. Breiten sich Teilchen und Strahlung von der Sonne in Richtung unseres Planeten aus, kann dies irdische Infrastruktur wie etwa Satelliten oder Stromnetze beeinträchtigen.

Um solche Ereignisse besser vorhersagen zu können, ist es notwendig genau auf die Sonnenatmosphäre zu schauen. Wie entstehen ihre unvorstellbar heißen Temperaturen? Welche Veränderungen im Zusammenspiel aus Magnetfeld und Sonnenplasma gehen den Eruptionen voraus? Und wie spielen sich solche Ausbrüche ab? Diese Fragen sucht Durgesh Tripathi am Inter-University Centre for Astronomy and Astrophysics im indischen Pune zu beantworten. Er leitet dort eine der führenden Forschungsgruppen auf dem Gebiet der Sonnenforschung in Indien. Die Alexander von Humboldt Stiftung hat ihn nun mit dem Humboldt Forschungspreis geehrt. Die Auszeichnung ermöglicht dem Forscher unter anderem einen mehrmonatigen Forschungsaufenthalt am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) und erlaubt beiden Einrichtungen so, ihre Zusammenarbeit zu intensivieren.

Rechnungen und Raumsonden

Der Blick Tripathis auf die Atmosphäre der Sonne ist vielfältig: Mit Hilfe theoretischer Modelle, numerischer Simulationen und durch die Auswertung von Messdaten von Raumsonden ist es dem Forscher gelungen, tiefe und neue Einblicke zu gewinnen. So konnte Tripathi etwa zeigen, wie kleinste Strahlungsausbrüche in Regionen besonders hoher Magnetfeldstärke dazu beitragen, die Korona der Sonne aufzuheißen. Seine Arbeiten liefern zudem ein tieferes Verständnis, wie Neuanordnungen der Magnetfeldlinien Eruptionen auslösen und vorantreiben.

Einen einzigartigen Blick auf die Sonne bietet ihm zudem die indische Raumsonde Aditya-L1. Auf der Grundlage einer Idee des MPS hat Tripathi mit seiner Forschungsgruppe das Instrument SUIT (Solar Ultraviolet Imaging Telescope) für die Mission entwickelt und gebaut. Es bildet die Sonne im Wellenlängenbereich zwischen 200 und 400 Nanometern ab und eröffnet dadurch ein neues Fenster in die untere Atmosphäre der gesamten Sonne.

Über Preisträger und Preis

Durgesh Kumar Tripathi hat an der Gorakhpur University in Indien Physik studiert. Bereits seine Promotion legte den Grundstein für die enge Verbindung zum MPS. Dort fertigte er im Rahmen der International Max Planck Research School seine Doktorarbeit über koronale Massenausbrüche der Sonne an. Anschließend forschte er sechs Jahre lang an der Universität Cambridge, unter anderem mit einem kurzen Aufenthalt am University College London, und verbrachte Forschungsaufenthalte in Boulder (USA) und Kyoto (Japan). Nach seiner Rückkehr nach Indien leitete er dort von 2014 bis 2021 eine Max-Planck-Partnergruppe des MPS. Seit 2011 ist Durgesh Tripathi Professor am Inter-University Centre for Astronomy and Astrophysics im indischen Prune, wo er eine der führenden Forschungsgruppen zur Sonnenphysik in Indien aufgebaut hat.

Die Alexander von Humboldt Stiftung verleiht den Humboldt-Forschungspreis jährlich an international herausragende Forschende mit dem Ziel, ihre Zusammenarbeit mit deutschen Forschungseinrichtungen zu vertiefen. Das Preisgeld ermöglicht den Preisträger*innen unter anderem einen bis zu 12-monatigen Forschungsaufenthalt in Deutschland. Auf der heutigen Jahrestagung der Alexander von Humboldt Stiftung in Berlin wurden 55 Preisträger*innen ausgezeichnet. 

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