Kontakt

Dr.  Birgit Krummheuer
Dr. Birgit Krummheuer
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon:+49 551 384979-462

Mobil: +49 173 395 8625

Dr. Andreas Nathues
Framing Camera Lead Investigator
Telefon:+49 551 384979-433

Weitere Informationen

Dawn - Eine Reise zu den Anfängen des Sonnensystems

Dawn: Das Ziel vor Augen

Der Anflug der NASA-Raumsonde Dawn auf Ceres hat begonnen. Aktuelle Aufnahmen lassen unter anderem bereits große Krater auf der Oberfläche erahnen.

19. Januar 2015

Die Entdeckungsreise der NASA-Raumsonde Dawn im Asteroidengürtel geht in die zweite Runde: Nach einem mehr als einjährigen Aufenthalt am Asteroiden Vesta und einer fast zweieinhalbjährigen Weiterreise durchs All befindet sich Dawn nun im Anflug auf den Kleinplaneten Ceres. Aktuelle Aufnahmen, die mithilfe des Kamerasystems an Bord gelangen, übertreffen in ihrer Detailschärfe bereits jetzt alle bisher bekannten Bilder von Ceres und enthalten erste Hinweise auf Oberflächenstrukturen. Das Kamerasystem wurde unter Leitung des  Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) entwickelt. MPS-Forscher betreiben das Instrument und werten die wissenschaftlichen Daten aus.
Das Ziel vor Augen: Das Kamerasystem an Bord der Raumsonde Dawn fängt am 13. Januar 2015 dieses Bild des Kleinplaneten Ceres aus einer Entfernung von etwa 380 000 Kilometern ein. Dies entspricht in etwa dem Abstand zwischen Erde und Mond. Bild vergrößern
Das Ziel vor Augen: Das Kamerasystem an Bord der Raumsonde Dawn fängt am 13. Januar 2015 dieses Bild des Kleinplaneten Ceres aus einer Entfernung von etwa 380 000 Kilometern ein. Dies entspricht in etwa dem Abstand zwischen Erde und Mond. [weniger]

Der Kleinplanet Ceres ist eine geheimnisvolle Welt, über die nur wenig bekannt ist. Mit einem Durchmesser von etwa 950 Kilometern und einer nahezu kugelförmigen Gestalt erinnert Ceres eher an einen Planeten denn an die deutlich kleineren und unregelmäßig geformten Asteroiden. Wissenschaftler halten es für möglich, dass der Körper vor etwa 4,5 Milliarden Jahren auf dem besten Weg war, sich zu einem ausgewachsenen Planeten zu mausern, bevor er mitten in dieser Entwicklung stecken blieb. In Ceres ist somit ein früher Zustand unseres Sonnensystems konserviert. Ebenso aufschlussreich wie die Vergangenheit des Kleinplaneten könnte seine Zusammensetzung sein: Unter der Oberfläche vermuten Forscher eine Schicht gefrorenen oder gar flüssigen Wassers.

In den aktuellen Aufnahmen überdeckt Ceres 27 Pixel. „Schon jetzt lassen sich erste Oberflächenstrukturen wie etwa Krater erahnen“, beschreibt Dr. Andreas Nathues vom MPS, wissenschaftlicher Leiter des Kamerasystems, die Bilder. Zudem zeigt sich ein auffälliger heller Fleck auf der Oberfläche. Nach sorgfältiger Bildprozessierung treten diese Strukturen noch klarer zu Tage. Wegen des optischen Aufbaus der Kamera übertreffen die Aufnahmen in ihrer Detailschärfe schon jetzt alle bisher bekannten des Kleinplaneten.

Als die aktuellen Bilder aufgenommen wurden, war der Raumsonde nur eine Seite von Ceres zugewandt. „Alle Oberflächenmerkmale von dieser Seite konnten wir bereits mit denen identifizieren, die auch in Aufnahmen des Weltraumteleskops Hubble zu sehen sind“, so Nathues. „Darüber hinaus finden sich in unseren Bildern Hinweise auf weitere bemerkenswerte Strukturen, die in den nächsten Wochen klarer hervortreten werden.“

Nach sorgfältiger Bildprozessierung treten einzelne Strukturen auf der Oberfläche des Kleinplaneten Ceres noch deutlicher zu Tage. Bild vergrößern
Nach sorgfältiger Bildprozessierung treten einzelne Strukturen auf der Oberfläche des Kleinplaneten Ceres noch deutlicher zu Tage. [weniger]

„Es ist aufregend mitzuerleben, wie die Oberfläche einer neuen Welt nach und nach in den Blick rückt“, Dr. Mark Sykes vom Planetary Science Institute in Tuscon (USA), Mitglied des Wissenschaftsteams von Dawn. „Die Merkmale von Ceres, die Hubble bereits vor etwa zehn Jahren sichtbar gemacht hat, nun zu bestätigen, ist sehr wichtig. Wir suchen beispielsweise nach Anzeichen von Kryovulkanismus“, ergänzt der Wissenschaftler. Messungen des Weltraumobservatoriums Herschel hatten ergeben, dass von Ceres Wasserdampf ins All entweicht. Schon bald wollen die Forscher zudem prüfen, ob Ceres von kleineren Monden begleitet wird, und mit Hilfe der Farbfilter des Kamerasystems einen ersten Eindruck von der Zusammensetzung der Oberfläche gewinnen. „Sobald die Krater klarer erkennbar sind, könnte ihre Form zudem Rückschlüsse darauf zulassen, ob Eis vorhanden ist“, so Nathues.

Für diese Animation wurden aus den 20 Bildern, die am 13. Januar 2015 zu Navigationszwecken aufgenommen wurden, Karten erzeugt und diese auf einen Ellipsoid mit den Abmessungen von Ceres projiziert. Bild vergrößern
Für diese Animation wurden aus den 20 Bildern, die am 13. Januar 2015 zu Navigationszwecken aufgenommen wurden, Karten erzeugt und diese auf einen Ellipsoid mit den Abmessungen von Ceres projiziert. [weniger]

Die Raumsonde Dawn startete im September 2007 auf ihre Reise in den Asteroidengürtel, der zwischen den Umlaufbahnen von Mars und Jupiter liegt. Im Jahre 2011 erreichte die Mission den Asteroiden Vesta; mehr als ein Jahr lang begleitete die Sonde den Körper. MPS-Wissenschaftler konnten präzise Farbkarten des Asteroiden erstellen und unter anderem beweisen, dass einige Materialien auf der Oberfläche nicht von Vesta selber stammen, sondern durch Einschläge auf den Asteroiden gelangt sind. Seit September 2012 ist Dawn unterwegs zu Ceres. Nachdem das Kamerasystem mehr als zwei Jahre lang ausschließlich Sternfelder aufgenommen hat, fängt es nun wieder an regelmäßig Bilder eines Zielobjektes ein. 

Die Dawn Mission wird vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der amerikanischen Weltraumbehörde NASA geleitet. JPL ist eine Abteilung des California Institute of Technology in Pasadena. Die University of California in Los Angeles ist für den wissenschaftlichen Teil der Mission verantwortlich. Das Kamerasystem an Bord der Raumsonde wurde unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Göttingen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze in Braunschweig entwickelt und gebaut. Das Kamera-Projekt wird finanziell von der Max-Planck-Gesellschaft, dem DLR und NASA/JPL unterstützt.

 
loading content
Zur Redakteursansicht