Kontakt

profile_image
Dr. Birgit Krummheuer
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon:+49 551 384 979-462

Mobil: +49 173 395 8625

profile_image
Dr. Holger Sierks
OSIRIS Principal Investigator
Telefon:+49 551 384 979-242
E-Mail:sierks@...

Pressemitteilung als pdf

OSIRIS-Flyer

Rosetta-Komet schläft wieder ein

Neue Aufnahmen des Kamerasystems OSIRIS an Bord der Raumsonde Rosetta zeigen, dass die Aktivität des Kometen 67P zur Ruhe gekommen ist.

19. Juni 2014

Während die ESA-Raumsonde Rosetta derzeit ihre Geschwindigkeit anpasst, um sich auf ihre Ankunft am Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko Anfang August vorzubereiten, liefert OSIRIS, das wissenschaftliche Kamerasystem an Bord, eine Überraschung: Nachdem es Ende April erste Anzeichen für Aktivität gab, befindet sich der Komet nun wieder in einem Ruhezustand. Neue Aufnahmen zeigen keine Anzeichen einer ausgedehnten Staubkoma mehr, die den Kometenkern umgibt.

Im Gegensatz zu Aufnahmen des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko, die Ende April entstanden, finden sich am 4. Juni keine Anzeichen einer ausgedehnten Koma. Zu diesem Zeitpunkt trennten die Raumsonde Rosetta 430 000 Kilometer von ihrem Ziel. Der Komet war 3,94 AE von der Sonne entfernt. Dieses Bild wurde mit der Tele-Kamera (NAC) des Kamerasystems OSIRIS durch den orangenen Filter als Teil einer Abfolge von Bildern aufgenommen, welche die optische Navigation unterstützen. Bild vergrößern
Im Gegensatz zu Aufnahmen des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko, die Ende April entstanden, finden sich am 4. Juni keine Anzeichen einer ausgedehnten Koma. Zu diesem Zeitpunkt trennten die Raumsonde Rosetta 430 000 Kilometer von ihrem Ziel. Der Komet war 3,94 AE von der Sonne entfernt. Dieses Bild wurde mit der Tele-Kamera (NAC) des Kamerasystems OSIRIS durch den orangenen Filter als Teil einer Abfolge von Bildern aufgenommen, welche die optische Navigation unterstützen. [weniger]

Weniger als die Hälfte des Abstandes zwischen Erde und Mond trennen die Raumsonde Rosetta noch von ihrem Ziel. „67P ist nun zum Greifen nah – und lehrt uns das Unerwartete zu erwarten“, sagt Holger Sierks vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS), Leiter des OSIRIS-Teams. Die deutliche Staubkoma, die den Kometen auf Aufnahmen von Ende April umgab, ist nicht mehr zu erkennen. „Nachdem wir bereits Zeugen der einsetzenden Aktivität geworden sind, zeigen unsere aktuellen Bilder einen Kometen im Ruhezustand“, fügt Sierks hinzu. Es ist nicht unüblich, dass Kometen mal mehr, mal weniger aktiv sind. Allerdings ist dies das erste Mal, dass Wissenschaftler das Einsetzen der Staubproduktion kontinuierlich und aus solcher Nähe beobachten können.

Die für die nächsten Wochen erwarteten Aufnahmen werden noch mehr Informationen enthalten, denn der Komet überdeckt einen zunehmenden Ausschnitt im Gesichtsfeld der Kamerasystems OSIRIS. Momentan entspricht er einem Pixel – und es werden mehr. „Es wird noch ein paar Wochen dauern, bis wir eine detaillierte Gestalt ausmachen können“, erwartet OSIRIS Projekt Manager Carsten Güttler vom MPS. „Doch wir sind schon jetzt nicht mehr darauf beschränkt, die Helligkeit des Kerns zu untersuchen.“

Rosetta ist eine Mission der Europäischen Weltraumagentur ESA mit Beiträgen der Mitgliedsstaaten und der amerikanischen Weltraumagentur NASA. Rosettas Landeeinheit Philae wurde von einem Konsortium unter Leitung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) und der französischen und italienischen Weltraumagentur (CNES und ASI) zur Verfügung gestellt. Rosetta wird die erste Mission in der Geschichte sein, die einen Kometen anfliegt, ihn auf seinem Weg um die Sonne begleitet und eine Landeeinheit auf seiner Oberfläche absetzt.

Das wissenschaftliche Kamerasystem OSIRIS wurde von einem Konsortium unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Zusammenarbeit mit CISAS, Universität Padova (Italien), Laboratoire d'Astrophysique de Marseille (Frankreich), Instituto de Astrofísica de Andalucia, CSIC (Spanien), Scientific Support Office der ESA (Niederlande), Instituto Nacional de Técnica Aeroespacial (Spanien), Universidad Politéchnica de Madrid (Spanien), Department of Physics and Astronomy of Uppsala University (Schweden) und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze der TU Braunschweig gebaut. OSIRIS wurde finanziell unterstützt von den Weltraumagenturen Deutschlands (DLR), Frankreichs (CNES), Italiens (ASI), Spaniens (MEC) und Schwedens (SNSB).



 
loading content