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Rosetta: Erstes Bild des Kometen

Rosetta: Erstes Bild des Kometen

Drei Jahre vor ihrer Ankunft ermöglicht das Kamerasystem an Bord der Raumsonde Rosetta erste Aufnahmen ihres Ziels.

8. Juni 2011

Etwa 163 Millionen Kilometer trennen die ESA-Raumsonde Rosetta noch vom Kometen Churjumov-Gerasimenko, den sie 2014 erreichen wird. Trotz dieser beachtlichen Entfernung sind Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) mit Hilfe des Kamerasystems OSIRIS an Bord nun erstmals Aufnahmen des fernen Ziels gelungen. Die Bilder entstanden während der letzten Tests, welche das Team in den vergangenen Wochen durchgeführt hat. Nach erfolgreichem Abschluss dieser Untersuchungen tritt Rosetta heute in ihre nahezu dreijährige Ruhephase ein: Um auf dem letzten Wegstück, auf dem nur wenig Sonnenlicht zur Verfügung steht, Energie zu sparen, werden alle Systeme heruntergefahren.

Auf den aktuellen Aufnahmen überdeckt das Signal des Kometen Churjumov-Gerasimenko zwar nur wenige Pixel. "Doch die Bilder zeigen uns schon jetzt deutlich, wohin die Reise geht", sagt Dr. Holger Sierks vom MPS, Leiter des Kamerateams. "Zudem sind sie ein beeindruckender Beweis für die Leistungsfähigkeit des Kamerasystems. Wir hatten nicht erwartet, bereits aus solch großer Entfernung erste Bilder liefern zu können".

<small>Links: In diesem Ausschnitt des Sternenhimmels, der mit der Weitwinkel-Kamera des OSIRIS-Kamerasystems aufgenommen wurde, verbirgt sich der Komet Churjumov-Gerasimenko. Mitte: Die Tele-Kamera des Kamerasystems erlaubt einen genaueren Blick. Rechts: Nach ausgefeilter Bildverarbeitung wird der Komet sichtbar. </small> Bild vergrößern
Links: In diesem Ausschnitt des Sternenhimmels, der mit der Weitwinkel-Kamera des OSIRIS-Kamerasystems aufgenommen wurde, verbirgt sich der Komet Churjumov-Gerasimenko. Mitte: Die Tele-Kamera des Kamerasystems erlaubt einen genaueren Blick. Rechts: Nach ausgefeilter Bildverarbeitung wird der Komet sichtbar. [weniger]

Denn der Komet ist ausgesprochen lichtschwach: Seine Helligkeit ist etwa eine Million Mal geringer als die des lichtschwächsten Sterns, der von der Erde aus mit bloßem Auge gerade noch erkennbar ist. Astronomen, die den Kometen von der Erde aus beobachten, nutzen dafür das Very Large Teleskope in Chile, eines der weltweit leistungsfähigsten Teleskope mit einem Spiegeldurchmesser von mehr als acht Metern. Der Spiegel der OSIRIS-Kamera hat hingegen einen Durchmesser von nur etwa zehn Zentimetern.

Um den Kometen dennoch sichtbar zu machen, war eine Belichtungszeit von 13 Stunden erforderlich. "Wir haben mit OSIRIS insgesamt 52 Bilder aufgenommen und jedes 15 Minuten lang belichtet", erklärt Dr. Colin Snodgrass vom MPS, der für die Bildverarbeitung zuständig ist. Da sich der Churjumov-Gerasimenko innerhalb eines Zeitraums von mehreren Stunden relativ zum Fixstern-Hintergrund ein wenig weiterbewegt, erscheint er auf den übereinander gelegten Bildern etwas unscharf. Nach weiteren ausgefeilten Bildverarbeitungsschritten, bei denen unter anderem diese Fixsterne herausgerechnet wurden, konnten die Wissenschaftler einen ersten Blick auf ihr Ziel erhaschen.

Der zweite Blick wird nun allerdings auf sich warten lassen. Denn die Systeme an Bord von Rosetta werden heute für etwa drei Jahre heruntergefahren. Auf diese Weise spart die Raumsonde Treibstoff - bis sie im Frühjahr 2014 "ihren" Kometen wieder ins Visier nimmt.

Die Raumsonde Rosetta ist seit 2004 unterwegs zum Kometen Churjumov-Gerasimenko, auf dem die Landeeinheit Philae 2014 aufsetzen soll. OSIRIS, das wissenschaftliche Kamerasystem an Bord, wurde unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Zusammenarbeit mit einem Team, an dem sechs europäische Länder beteiligt sind, entwickelt und gebaut. Es besteht aus einer Weitwinkel- und einer Tele-Kamera. Das Kamerasystem wird von Forschern des MPS betrieben.

 
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